31.07.2019
Vorbildliche und beispielhafte Aufforstung im Schrödel-Wald

Schwanstetten – „Die Aufforstung im Schrödel-Wald ist vorbildlich gelungen“, zog Revierförsterin Iris Land vom Amt für Landwirtschaft und Forsten ein Resümee. „Dieser Waldumbau könnte beispielhaft sein für die kommunalen und privaten Wälder der Gemeinde Schwanstettens“, ergänzte sie. Die Freien Wähler führten eine Exkursion im Wald zwischen dem Ortszentrum und Furth durch.

Waldbesitzer und Ehrenmitglied Fritz Schrödel erläuterte in seiner Begrüßung die Notwendigkeit des Umbaus. Der Orkan Niklas zerstörte im Jahr 2015 großflächig den heimischen Kiefernwald. Die Kiefern waren in den letzten hundert Jahren ein schnell wachsendes Gehölz, das als Bauholz, Grubenholz und als Holzkohle Verwendung fand. Motiviert durch ein Waldumbau-Förderungsprogramm des Freistaates Bayern und einem Umbauplan durch Revierförsterin Iris Lang wurde der Umgestaltung und die Aufforstung 2016 in Angriff genommen.

Iris Lang erklärte den Besuchern, dass jede Baumart ihren eigenen Klima- und Wohlfühlbereich hat. Er wird durch Niederschlag, Temperatur und Bodenverhältnisse bestimmt. In unserer Region verzeichnen wir vermehrt Klimaextreme, sinkende Niederschlagsmengen, steigende Temperaturen, beispielhaft sind hier der Hitzesommer 2018 und die aktuellen Temperaturrekorde. Zahlreiche Kiefern sind in den letzten Jahren abgestorben. Ein Ende dieses Prozesses ist nicht in Sicht. Das Ziel ist klar, führte Iris Lang aus: „Wir müssen den reinen Kiefernwald umbauen, um für den Klimawandel gerüstet zu sein.“ Nach dem Motto „Wer streut, rutscht nicht“ soll das Risiko minimiert werden und klimatolerante Bäume wie Rotbuche, Eiche, Esskastanie und Walnuss in die reinen Kieferbestände eingebracht werden. Die Laubhölzer erschließen tiefere Bodenschichten und dadurch zusätzliche Wasser- und Nährstoffvorräte. Eine Bodenverbesserung durch leicht zersetzbare und nährstoffreiche Laubstreu ist die Folge.

Im Schrödel-Wald wurden auf 4500m² im Herbst 2016 Traubeneichen, Hainbuchen, Rotbuchen und Esskastanien gepflanzt. Das Wachstum wurde durch eine Umzäunung vor Wildverbiss auf Empfehlung der Revierförsterin zusätzlich geschützt. Die Jungpflanzen wurden durch die Forstverwaltung finanziell gefördert.

Rund 20km² der Gemeindefläche Schwanstettens sind Wald. „Diese grüne Lunge, dieses funktionierende Ökosystem gilt es durch den Waldumbau zu stabilisieren und für die zukünftigen Generationen zu sichern,“ fasste der Vorsitzende Peter Weidner für die Freien Wähler zusammen. Der intakte Wald als Klimaspender ist eines der wertvollsten Güter der Marktgemeinde Schwanstettens.

Gez. Peter Weidner