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Wind des Wechsels

Der Wind des Wechsels -
Freie Wähler wollen wieder den Bürgermeister stellen!

SCHWANSTETTEN – In Schwanstetten möchten sie das Bürgermeisteramt zurückgewinnen und in München erstmals in den Landtag einziehen. Das waren die beiden zentralen Botschaften beim gestrigen Neujahrsempfang der Freien Wähler in der Leerstettener Kulturscheune. Der neue Landesvorsitzende Hubert Aiwanger zeigte sich überzeugt, dass die Freien Wähler im dritten Anlauf die Fünf-Prozent-Hürde überspringen werden und setzt dabei auch auf enttäuschte CSU-Wähler. Im Mittelpunkt des Vormittags aber stand nicht der prominente Gast aus Niederbayern, sondern Schwanstettens Ortsvorsitzender Peter Weidner. Zu einer möglichen Kandidatur für die Bürgermeisterwahl im März 2008 gab er keinen Kommentar. Nur den Hinweis, dass erst im November 2007 nominiert werde. Doch die auf ihn zugeschnittene Inszenierung des Neujahrsempfangs wirkte wie der erste Wahlkampfauftritt eines Hoffnungsträgers.

Der Auftakt aber gehört Fritz Schrödel. Als Schwanstettens 2. Bürgermeister ans Rednerpult geht, dröhnt der Scorpions-Klassiker „Wind of Change“ durch den Saal. Musikalische Einstimmung auf den angestrebten politischen Wechsel im Rathaus.

Schrödel schlüpft in die Rolle des Muntermachers. Launig, temperamentvoll und kämpferisch erinnert er an 1984, als die Freien Wähler ein Drittel der Marktgemeinderäte und mit Leonhard Kohl auch den Bürgermeister gestellt hatten. Mit dem Blick zurück nach vorn ist auch das Ziel für die Kommunalwahl klar. „Ich war schon ein bisschen auf dem Rückzug“, sagt Schrödel. Nun aber scheint er richtig Lust auf Wahlkampf zu haben. „Denn unsere Gemeinde ist nicht so schlecht, wie sie manchmal dargestellt wird.“

Als dann Peter Weidner das Wort ergreift, wirkt er zwangsläufig wie derjenige, der es richten soll. „Schwanstetten braucht starke Freie Wähler“, hat er seinen Durchzieher durch die Kommunalpolitik überschrieben. Doch ganz bewusst vermeidet er eine „Ein-Mann-Show“, präsentiert sich eher wie ein Team-Spieler. Mehrfach unterbricht er seine Rede, um anderen das Wort zu übergeben.

Kreisvorsitzender Walter Schnell, der ja auch Bürgermeister in Kammerstein und stellvertretender Landrat ist, kritisiert in seinem Grußwort die Brüsseler EU-Bürokratie, zu Schwanstetten aber sagt er kein Wort. Offenbar will er sich nicht in den Wahlkampf einmischen.


Klare Zwischentöne

Dafür sprechen Friedrich Hörauf und Fritz Schrödel zwei Aufreger-Themen der vergangenen Jahre umso deutlicher an: die Stock-Car-Strecke und den Hubschrauber-Landeplatz. Hörauf dankt den Grundstücksbesitzern, die sich geweigert hätten, für die Stock-Car-Pläne ihre Grundstücke zu verpachten und das Projekt so zu Fall gebracht hätten. Und Schrödel dankt der Bürgerinitiative gegen die Helikopter. Auch Marktrat Oskar Reichert erinnert an die heftigen Auseinandersetzungen im Marktgemeinderat und kündigt gleichzeitig an, nach drei Legislaturperioden nicht mehr anzutreten.

Zwischen diesen Beiträgen geht immer wieder Peter Weidner ans Pult, wirkt dabei aber nicht wie ein Moderator, sondern wie derjenige, bei dem alle Fäden zusammenlaufen. Bürgermeister Dietmar Koltzenburg (CSU) persönlich greift er nicht direkt an. Dessen Name fällt nicht einmal.

Und doch ist Weidners Rede eine Abrechnung mit dessen Arbeit als Rat-hauschef. Ironisch lädt Weidner zur Zeitreise ins Jahr 2013. Kreisende Hubschrauber, rasende Stock-Cars, bellende Hunde in der Hundeschule am Unteren Lohweg – und ein Bürgermeister (gemeint ist Koltzenburg), der die Ruhe auf der Terrasse genießt. „Wir Freien Wähler sind stolz darauf, dass diese Geschichte nicht Wahrheit geworden ist“, ruft Weidner dann ganz ernst. Hart kritisiert er auch, dass Koltzenburg es nicht geschafft habe, die Personalkosten der Gemeinde zu reduzieren und verweist auf den „Spahlismus“ in Rednitzhembach. Am Ende wird Peter Weidner ganz persönlich. Da spricht er nicht vom Team, sondern von sich.

Wie eine Bewerbungsrede

„Ich möchte mit meinem ganzen Herzen und meinem Verstand und mit meiner ganzen Kraft für die Freien Wähler, für unsere Vereine, für unsere Gemeinde, für unser lebens- und liebenswertes Schwanstetten arbeiten.“ So klingen Bewerbungsreden. Vor allem, wenn dazu noch der Song „Dieser Weg“ eingespielt wird, der Klinsmanns Jungs bei der WM beflügelt hatte. Ob er aber tatsächlich antritt, das lässt Weidner offen. Kein Wort dazu in der Rede, nur Ausweichendes auch im Gespräch mit dem Tagblatt. Ist er unentschlossen? Das darf man nach dem gestrigen Eindrücken ausschließen. Wahrscheinlicher ist, dass er einfach aus taktischen Gründen schweigt und sich nicht frühzeitig verschleißen lassen will. „Klar aber ist eines“, betont Peter Weidner. „Wir stellen einen Bürgermeisterkandidaten auf. Und wir sind optimistisch, dass wir gewinnen.“

Günther Wilhelm